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DSi Rundschreiben Nr. 2/2025: Fünf Mythen zur Vermögensteuer - ein Faktencheck

DSi-Publikation / Rundschreiben 20.11.2025, Matthias Warneke

In den öffentlichen Debatten wird regelmäßig die Reaktivierung einer Vermögensteuer  gefordert. Die Argumente für eine Vermögensteuer klingen oftmals eingängig. Nachfolgend wird untersucht, wie belastbar diese Pro-Argumente sind. 

DSi-Diagnose

  1. Entgegen regelmäßigen Behauptungen steigt die Vermögensungleichheit in Deutschland nicht. Sie ist im Gegenteil rückläufig, wie aktuelle Statistiken zeigen. 
  2. Entgegen regelmäßigen Behauptungen ist die Vermögensteuer auch kein Instrument, um eine Vermögensungleichheit in relevanter Weise zu senken. 
  3. Entgegen regelmäßigen Behauptungen wären steuerliche Mehreinnahmen lediglich kurzfristig zu erwarten. Langfristig würden die Gesamtsteuereinnahmen sogar sinken, weil die Vermögensteuer extrem innovations- und investitionsfeindlich ist. 
  4. Entgegen regelmäßigen Behauptungen ist Kapitaleinkommen gegenüber Erwerbseinkommen nicht steuerlich privilegiert. Kapitaleinkommen aus Zinsen und Veräußerungsgeschäften werden tatsächlich höher besteuert als durchschnittliche Erwerbseinkommen. Für Kapitaleinkommen aus Dividenden liegt der effektive Steuersatz nicht nur höher als der Durchschnittssteuersatz, sondern sogar höher als der Spitzen- oder Reichensteuersatz für Erwerbseinkommen. 
  5. Entgegen regelmäßigen Behauptungen ist Kapitalflucht ein ernst zu nehmendes Problem. Das zeigen französische Erfahrungen bis 2017 und aktuell auch norwegische Erfahrungen. 

DSi-Empfehlungen

Die Vermögensteuer sollte nicht reaktiviert, sondern endgültig aus dem Grundgesetz gestrichen werden.

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