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© Cedric Nougrigat

Kosten-Explosion bei Mauer in Lüdenscheid

Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen 14.01.2026, Andrea Defeld

In Lüdenscheid wurde eine marode Rundmauer erneuert, die eine kleine Grünanlage umgibt. Die Kosten stiegen von geschätzten 140.000 Euro auf 420.000 Euro. Denkmalschutzauflagen und eine Abstimmungspanne der Stadt haben das Projekt erheblich verteuert.

Schon seit Mitte 2021 bröckelte die 55 Meter lange Rundmauer zwischen Winkhauser Straße und Parkstraße sichtbar vor sich hin. 2022 schätzte die Stadt Lüdenscheid die Sanierungskosten auf Basis von ähnlichen Baumaßnahmen auf 140.000 Euro brutto. Konkrete Planungen zur Mauersanierung habe es zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Auf Bestandsunterlagen konnte die Stadt nach eigenen Angaben nicht zugreifen. Die genauere Planung der neuen Stützwand erfolgte ab Herbst 2023. Zweimal wurden die Kosten nach oben korrigiert. Gebaut wurde schließlich ab Oktober 2025 für 420.000 Euro.

Bürger sind empört

Die Bürgerinnen und Bürger in Lüdenscheid empört diese Kostenexplosion. In den sozialen Medien überschlagen sich die Kommentare wie: „Kommen bei dieser Summe vergoldete Fugen in die mit Blattgold veredelten Steine?“ oder „Unglaublich. Was wird da eingesetzt? Gold?“ BdSt-Recherchen zeigen, dass die hohen Kosten vor allem durch zwei Faktoren verursacht wurden: Statt die Mauer für viel Geld zu sanieren, wäre es möglich gewesen, das abschüssige Areal ohne Mauer und Grünanlage neu zu gestalten, bestätigt die Stadt.

Die Mauer ist also gar nicht notwendig, sondern ein gestalterisches Mittel. Doch nach Vorgaben des Denkmalschutzes mussten Mauer und Grünanlage genauso wiederhergestellt werden wie vorher. Dabei stehen Grünanlage und Mauer nach Angaben der Stadt aber gar nicht unter Denkmalschutz, sondern das Gebäude direkt daneben. Für Grünanlage und Mauer würde der Umgebungsschutz nach Denkmalschutzgesetz gelten. Kurios: Wann Mauer und Grünanlage gebaut wurden, kann die Stadt nicht zweifelsfrei angeben. Ohne Schutzauflagen hätte die Stadt die Fläche mit hoher Wahrscheinlichkeit viel kostengünstiger gestalten können.

Abstimmungspanne macht Sanierung teurer

Aber auch eine Abstimmungspanne der Stadt trieb die Kosten in die Höhe. Für den barrierefreien Ausbau zweier Bushaltestellen im Umfeld der Mauer war im Sommer 2025 für mehrere Wochen die Winkhauser Straße halbseitig gesperrt worden. Eigentlich war geplant, den Ausbau der Bushaltestellen und die Mauersanierung zeitgleich durchzuführen, so die Stadt. Doch das habe zeitlich nicht funktioniert, weil „das Mauerthema noch zweimal dem Rat vorgelegt werden musste – zwecks Nachbewilligungen“.

Eine weitere halbseitige Sperrung in diesem Bereich im November wollte die Stadt den Anwohnern nicht zumuten, denn die Verkehrsbelastungen im Sommer seien sehr hoch gewesen. Dadurch wiederum habe sich bei der Mauersanierung das Baufeld für die Fachfirma verengt. Die Folgen: ein „logistischer Mehraufwand und eine kleinteiligere Herstellung der Stützwand als ursprünglich angenommen“, so die Stadt. Welche Mehrkosten bei der Mauersanierung dadurch entstanden, dass die beiden Projekte nicht zeitgleich durchgeführt wurden, kann die Stadt nicht exakt beziffern.

Der BdSt NRW meint

Lüdenscheid befindet sich im Haushaltssicherungskonzept und hat absolut nichts zu verschenken. Die Sanierung einer Ziermauer für 420.000 Euro ist in einer solchen Lage nicht vermittelbar. Ärgerlich ist auch, dass die Mauersanierung, die seit 2021 auf der städtischen To-do-Liste stand, nicht mit dem Ausbau der Bushaltestellen abgestimmt wurde.

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