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Bodenrichtwerte in der Berliner BORIS-Datenbank
© Alexander Kraus

Grundsteuererklärung 2022

Bund der Steuerzahler Berlin e. V. / Meldungen 28.06.2022, Alexander Kraus

Informationen und Ausfüllhinweise zur Feststellungserklärung speziell für Berliner Immobilieneigentümer

Ab dem 1. Juli 2022 haben Immobilieneigentümer vier Monate Zeit, für jedes ihrer Grundstücke eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts abzugeben und zwar grundsätzlich elektronisch! Dabei ist es unerheblich, ob die Grundstücke selbstgenutzt werden oder vermietet sind. Betroffen sind auch Wohnungseigentümer. Wer den Abgabeschluss am 31. Oktober 2022 verpasst, dem drohen Verspätungszuschläge. 

Zum Stichtag 1. Januar 2022 werden im gesamten Bundesgebiet alle Grundstücke für Zwecke der Grundsteuer neu bewertet. Mit der sogenannten Hauptfeststellung wird dafür erstmalig der Grundsteuerwert festgestellt, der ab 2025 den Einheitswert ablöst. Ansonsten wird das bisherige dreistufige Verfahren zur Ermittlung der Grundsteuer beibehalten. In Berlin wird der Grundsteuerwert wie in den meisten Bundesländern nach dem „Bundesmodell“ ermittelt.

Der Bund der Steuerzahler Berlin hat die wichtigsten Informationen und Ausfüllhinweise speziell für Berliner Immobilieneigentümer zusammengestellt:

Werde ich vom Finanzamt benachrichtigt?

In Berlin leider nicht! Anders als in allen anderen Bundesländern, werden die Berliner Finanzämter keine Einzelaufforderungen an Grundstückseigentümer versenden. Stattdessen ist die Aufforderung zur Abgabe der Erklärung nur durch öffentliche Bekanntmachung vom 30.3.2022 im kostenpflichtig einsehbaren Bundesteuerblatt (BStBl 2022 I S. 205) erfolgt.

Reicht nicht die Teilnahme am ZENSUS?

Nein! Falls Sie bereits im Mai 2022 am ZENSUS 2022 teilgenommen haben, müssen Sie die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts trotzdem abgeben. Beide Erklärungen haben nichts miteinander zu tun, auch wenn es hier bei den Angaben Überschneidungen gibt!

Wie kann ich die Erklärung abgeben?

Immobilieneigentümer müssen die Erklärung zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 grundsätzlich elektronisch übermitteln, wofür die Steuer-Onlineplattform ELSTER zur Verfügung steht. Für die Registrierung sollten mindestens 10 Werktage eingeplant werden, falls Sie die Plattform nicht ohnehin schon für Ihre Einkommensteuererklärung nutzen.

Sofern Sie die Erklärung lediglich für Ein- oder Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen oder unbebaute Grundstücke in Bundesländern – die wie Berlin am Bundesmodell teilnehmen – übermitteln wollen, können Sie auch den vereinfachten Online-ServiceGrundsteuererklärung für Privateigentum“ des Bundesfinanzministerium nutzen. Für die Anmeldung benötigen Sie Ihre persönliche SteuerID und die (Grund-) Steuernummer der betreffenden Grundstücke. Für die finale Abgabe der Daten benötigen Sie dann noch einen Code, der von der Webseite generiert und Ihnen per Post zugesendet wird. Der Code ersetzt somit das Elster-Zertifikat. Bei den Eingaben selbst werden Informationen gegeben, und es wird auf die entsprechenden Grundstücksportale der Bundesländer verlinkt. Auf diesen kann dann der Bodenrichtwert und die Fläche ermittelt werden. Hier wird meist nur die Adresse als Angabe benötigt. Der Bund der Steuerzahler hat das Portal getestet. Auf den ersten Blick scheint diese Eingabemöglichkeit für das Bundesmodell zu funktionieren und ist nicht ganz so kompliziert wie das Elster-Verfahren mit der Verwendung eines Zertifikats.

Für Steuerpflichtige, für die die elektronische Erklärungsabgabe wirtschaftlich oder persönlich unzumutbar ist, besteht auf Antrag ausnahmsweise die Möglichkeit einer Abgabe von scanbaren Papierformularen. Alternativ kann die elektronische Übermittlung aber auch durch Angehörige (z.B. Kinder, Ehepartner, Geschwister) erfolgen, die dafür ihr eigene ELSTER-Registrierung benutzen.

Wo finde ich welche Angaben für mein Grundstück?

Steuerpflichtige benötigen einige Eckwerte, wie z.B. Angaben zur Grundstücksart und -fläche, zum Bodenrichtwert sowie zum Baujahr ihrer Immobilie.

In der Feststellungserklärung für Wohngrundstücke (Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum) sind nach dem Ertragswertverfahren zusätzlich Angaben zur Wohnfläche, bei Wohnungseigentum zum Miteigentumsanteil und ggf. zur Anzahl der Garagen- oder Tiefgaragenstellplätze zu machen. 

Für Nichtwohngrundstücke, d.h. Geschäftsgrundstücke, gemischtgenutzte Grundstücke, Teileigentum und sonstige bebaute Grundstücke, sind nach dem Sachwertverfahren Angaben zum Miteigentumsanteil bei Teileigentum, zur Gebäudeart sowie zur Bruttogrundfläche zu machen.

Im Einzelnen sind folgende Angaben zu machen:

  • Steuernummer (die für die Grundsteuer, nicht die für die Einkommensteuer): Die Steuernummer finden Sie in dem „Bescheid über den Einheitswert“, dem „Bescheid über den Grundsteuermessbetrag“ und dem „Bescheid über Grundsteuer“ zu Ihrer Immobilie. Normalerweise werden Sie diese Steuernummer auch in dem Verwendungszweck der Überweisung Ihrer vierteljährlichen Grundsteuer an das für die Grundsteuer zuständige Finanzamt angegeben haben.
     
  • Lage: Die Lage Ihrer Immobilie ist die Adresse und zusätzlich bei Wohnungseigentum die Wohnungsnummer in dem „Bescheid über den Einheitswert“, dem „Bescheid über den Grundsteuermessbetrag“ und dem „Bescheid über Grundsteuer“ zu Ihrer Immobilie.
     
  • Art des Grundstücks: Die Art des Grundstücks (z.B. Einfamilienhaus, Geschäftsgrundstück, Wohnungs- oder Teileigentum) finden Sie in dem „Bescheid über den Einheitswert“ und dem „Bescheid über den Grundsteuermessbetrag“.
     
  • Miteigentumsanteil (MEA): Angaben über den Miteigentumsanteil (nur bei Wohnungseigentum oder Teileigentum) finden Sie in der Teilungserklärung und im Bestandsverzeichnis zu Ihrem Grundbuchauszug. Normalerweise taucht der MEA auch in der Hausgeldabrechnung und in Protokollen zu Ihrem Wohnungs- oder Teileigentum auf.
     
  • Bodenrichtwert zum 1. Januar 2022: Den aktuellen Bodenrichtwert können Sie online kostenlos in der Berliner BORIS-Datenbank abfragen. Jede Adresse liegt in einem Gebiet mit einer Bodenrichtwert-Nummer, die die untere der roten dreizeiligen Angabe ist. Die obere, unterstrichene Zahl ist der Bodenrichtwert. Falls es mehrere dieser Angaben in Ihrem rot umrandeten Gebiet gibt, nehmen Sie den Bodenrichtwert, der über der passenden Geschossflächenzahl steht, die in der Mitte zusammen mit einem Buchstaben, z.B. W für Wohnen, angegeben ist. Die Angabe W0,4 findet sich z.B. bei Einfamilienhäusern und W1,0 bei Mehrfamilienhäusern in Wohngebieten. In der Abbildung oben sehen Sie z.B. einen Bodenrichtwert von 2100 in dem Wohngebiet mit der Bodenrichtwert-Nummer 1585 und einer Geschossflächenzahl von 0,4. 
     
  • Baujahr: Hier muss das Jahr der erstmaligen Bezugsfertigkeit eingetragen werden. Bei vor 1949 errichteten Gebäuden ist keine genaue Jahresangabe erforderlich.
     
  • Wohnfläche: Die Wohnfläche ergibt sich z.B. aus den Bauunterlagen. 
     
  • Fläche des Grundstücks: Die Fläche des Grundstücks, ggf. bestehend aus mehreren Flurstücken, können Sie aus dem Bestandsverzeichnis zu dem Grundbuchauszug zu Ihrem Grundstück entnehmen oder bei Eigentumswohnungen aus der Teilungserklärung. 
     
  • Garagen-/Tiefgaragenstellplätze: Hier müssen die Anzahl der Ihrer Garagen- und Tiefgaragenstellplätze angeben, auch wenn diese ein eigenes Grundbuchblatt haben. Stellplätze im Freien, auch unter Carports, sind nicht anzugeben.

Muss ich Belege beifügen?

Nein, grundsätzlich werden keine Belege eingereicht. Sollte das Finanzamt im Einzelfall ausnahmsweise doch Belege benötigen, werden diese gesondert angefordert.

Wer kann mir helfen, wenn ich das nicht selbst schaffe?

Grundsätzlich sind Steuerberater erste Anlaufstelle bei Steuerberatungsbedarf. Wer noch keinen Steuerberater hat, könnte derzeit allerding Probleme bekommen, innerhalb des lediglich 4-monatigen Zeitfensters einen zu finden. Die Bundessteuerberaterkammer hatte bereits im letzten November Alarm geschlagen, dass die Kanzleien seit Beginn der Corona-Pandemie am absoluten Limit arbeiten würden und vielfach um mehr als ein halbes Jahr in Verzug seien. Wohnungseigentümer können Ihre WEG-Verwaltung ansprechen. 

Lohnsteuerhilfevereine oder auch der gemeinnützige Bund der Steuerzahler dürfen die Erklärung für Sie nicht anfertigen und hierzu keine Steuerberatung durchführen. Für grundsätzliche Fragen oder Anmerkungen zur Grundsteuer bzw. Grundsteuererklärung wenden Sie sich beim Bund der Steuerzahler Berlin e.V. bitte an Dipl.-Volkswirt Alexander Kraus (Tel. 030-79010714) oder Dipl.-Volkswirt Steffen Bernitz (Tel. 030-79010713).

Was passiert, wenn ich die Erklärung einfach nicht abgebe?

Bei Nichtabgabe oder verspäteter Abgabe der Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts kann vom Finanzamt ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden. Bei Nichtabgabe der Erklärung kann das Finanzamt darüber hinaus die Besteuerungsgrundlagen schätzen, was in der Regel nicht zugunsten des Steuerpflichtigen ausfällt. 

Wichtiger Hinweis: Bei diesen Informationen handelt es sich lediglich um Orientierungshilfen, die keine Rechts- oder Steuerberatung darstellen. Im Einzelfall kann es daher sinnvoll sein, die Hilfe der steuerberatenden Berufe in Anspruch zu nehmen. Der Bund der Steuerzahler Berlin e.V. übernimmt keinerlei Haftung oder Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. 

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Die Grundsteuer wird reformiert. Dadurch kommt auf Bürger, Betriebe und die Finanzverwaltung viel Arbeit zu: In diesem Jahr muss für die neue Grundsteuer eine Steuererklärung abgegeben werden, die Feststellungserklärung. Dazu ist jeder Immobilieneigentümer mehr…

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... Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler fordert einen „kulanten Umgang“ mit Erklärungen, die auf Papier abgegeben werden: „Nicht jeder Wohnungs- oder Einfamilienhauseigentümer wird mit der elektronischen Abgabe seiner Erklärung für die neue Grundsteuer über das Elster-System zurechtkommen.“ ...
https://m.tagesspiegel.de/berlin/hoehere-abgaben-fuer-bessere-lagen-berlin-beginnt-mit-der-grundsteuerreform/28233272.html

B.Z., 06.07.2022
... Viele ältere Kleineigentümer werden die Bürokratie nicht meistern, fürchtet auch der Bund der Steuerzahler. ...
https://www.bz-berlin.de/meinung/kolumne/kolumne-mein-aerger/die-neuberechnung-der-grundsteuer-wird-zum-buerokratie-monster

 

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