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Von 2019 bis 2024 ist das "Para" geschlossen
© Alexander Kraus, BdSt Berlin

Paracelsus-Bad

Bund der Steuerzahler Berlin e. V. / Meldungen 11.05.2023, Alexander Kraus

Baukostenexplosion und Terminverschiebung

Die Sanierung des „Para“ in Reinickendorf verzögert sich weiter. Bis zur Fertigstellung werden wohl fünf statt zwei Jahre vergehen. Auch die Baukosten steigen weiter und werden sich voraussichtlich fast verdreifachen.

Das von den Reinickendorfern liebevoll „Para“ genannte Paracelsus-Bad an der Roedernallee wird seit Sommer 2019 von den landeseigenen Berliner Bäder-Betrieben grundlegend saniert. Dach und Fassade werden instandgesetzt und energetisch ertüchtigt. Das Gebäude wird im Inneren weitgehend entkernt, um die gesamte technische Ausstattung des Gebäudes zu erneuern. Dazu gehören die Heizungs- und Lüftungsanlagen, die elektrischen Installationen sowie Abdichtungen und Fliesenbelege. Die Sanitärbereiche, Umkleiden und Sauna-Anlagen werden umfassend instandgesetzt und modernisiert. Zwischenzeitlich gab es auch Überlegungen, den Außenbereich zusätzlich mit einem Wasserspielbecken und Spraypark aufzuwerten. Weiterhin muss sehr aufwändig ein zusätzlicher Rettungsweg denkmalgereicht geschaffen werden.

Nur vier Monate vor Baubeginn gab der Senat im Februar 2019 die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Sanierung des Paracelsus-Bads noch mit 8 Millionen Euro an. Der Sanierungszeitraum sollte nur zwei Jahre betragen. Im August 2021 war die vorgesehene Investitionssumme bereits auf 17,4 Millionen Euro geklettert. Im März 2023 korrigierte der Berliner Senat die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen nochmals auf knapp 23,3 Millionen Euro. Außerdem rechnete die Verwaltung mit einer Wiedereröffnung jetzt erst 2024.

Die Terminverschiebungen erklärt der Senat mit Verzögerungen bei der Abstimmung mit dem Denkmalschutz, nicht absehbare Betonsanierungsarbeiten und mit Corona-Effekten. Die Kostensteigerungen führt der Senat darauf zurück, dass aus der Zeit der Entstehung nur wenige verwertbare Bestandsplanungen vorgelegen hätten und während der Planungsphase im laufenden Schwimmbadbetrieb aufwändige Erkundungen nicht möglich gewesen seien. Im Zuge der Sanierungsarbeiten seien dann wiederholt Feststellungen gemacht worden, die zu einer Erhöhung der ursprünglich geplanten Kosten geführt hätten. Denkmalrechtliche Vorgaben, allgemeine Kapazitätsprobleme auf dem Baumarkt und rasant steigende Rohstoffpreise hätten erhebliche Zusatzkosten verursacht. Nicht alle getroffenen Annahmen aus der Planung hätten sich bestätigt.

Der Bund der Steuerzahler meint, dass den Verantwortlich hätte durchaus bewusst gewesen sein können, dass es sich um den ersten Hallenbad-Neubau nach dem 2. Weltkrieg handelt. Immerhin war es das Hochbauamt von Reinickendorf, das das Paracelsus-Bad in den Jahren 1957 bis 1960 errichtet hatte. Auch die angeführten erheblichen Verzögerungen bei der Abstimmung mit der Denkmalbehörde sind hausgemachte Probleme der Berliner Verwaltung. Zudem befürchtet der Bund der Steuerzahler, dass die Überlegungen zu einem Außenbecken in den Kostenplanungen auch noch nicht berücksichtigt sein könnten.

 

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