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Sorgenkinder Innenstädte Teil 13: Herzogenrath
Vor gut einem Jahr hat die Stadt Herzogenrath die Parkgebührenordnung außer Kraft gesetzt. Besucher der Innenstadt und zweier Ortsteile brauchen den Parkscheinautomaten nicht mehr, sondern dürfen mit der guten alten Parkscheibe bis zu 90 Minuten frei parken. Ein gutes Rezept für trostlose Innenstädte?
Gerade für den Innenstadtbereich erwartete die Stadt positive Effekte für den Einzelhandel. Der sollte so einen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu den Innenstädten umliegender Kommunen mit Parkgebühren erhalten. Der BdSt NRW appellierte an den Stadtrat, der Idee zuzustimmen. Jetzt wollten wir wissen, was daraus geworden ist.
Ist das ein Rezept für trostlose Innenstädte?
Die Antwort gibt leider kein genaues Bild. Einerseits hat die Stadt von den Bürgern und den Unternehmen in den Geschäftsstraßen viel lobenden Zuspruch bekommen. Die Geschäfte hätten Ende letzten Jahres die Maßnahmen auch nochmals per Aushang kommuniziert. Andererseits gab es keine Erhebungsmaßnahmen, die eine signifikante Belebung der Innenstadt belegen könnten. „Wir können aber auch nicht das Gegenteil feststellen“, so die Stadt. Mangels Daten kann sie nicht sagen, ob die Handelsumsätze gestiegen sind. Sicher ist: Seit Mitte 2024 ist in keinem der betroffenen Bereiche ein „größerer Leerstand“ hinzugekommen.
Nachahmer sollten Daten erheben
Der BdSt NRW befürwortet den Herzogenrather Ansatz der Abschaffung der Parkgebühr zur Innenstadtbelebung weiter. Schade ist allerdings, dass es keine belegbaren Daten gibt, die für andere Städte und Gemeinden eine Entscheidungshilfe sein können. Deshalb empfehlen wir Nachahmern, solche Daten zu erheben. Das hätte einen weiteren Vorteil: Sollte die Kommune in der Haushaltssicherung sein oder dort „hineinrutschen“, könnte sie gegenüber den Aufsichtsbehörden belegen, dass der Nutzen die Kosten kompensiert. Sonst könnten die Aufsichtsbehörden von den Kommunen eher eine Wiedereinführung der Gebühren verlangen.
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