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Finanzämter in Rheinland-Pfalz arbeiten langsamer

Presseinformation 25.03.2019

Steuerzahlerbund vergleicht Bearbeitungszeiten

Mainz, den 25. März 2019 – Die Steuerzahler in Rheinland-Pfalz müssen zunehmend länger auf ihre Steuerbescheide warten. Im Durchschnitt brauchten die Finanzämter hierzulande rund 48 Tage zum Bearbeiten einer Einkommensteuererklärung. Damit steht das einstige Vorzeigeland im bundesweiten Vergleich auf Platz 5. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Steuerzahlerbundes.

Bis zum 31. Juli haben die Steuerzahler Zeit, ihre Einkommensteuererklärungen beim Finanzamt einzureichen. Dann heißt es abwarten, bis die Steuerbescheide kommen – wie lange es dauert, hängt wiederum stark vom Wohnort des Steuerzahlers ab. Der aktuelle BdSt-Vergleich für die Bearbeitungszeiten bezieht sich auf das Veranlagungsjahr 2017, also auf die Steuererklärungen, die bis zum 31. Dezember 2018 abgegeben wurden.

Bei der Betrachtung des allgemeinen Durchschnitts waren die Finanzämter in Berlin mit 38,1 Tagen an Bearbeitungszeit am schnellsten in Deutschland. Damit verteidigt die Hauptstadt ihren Spitzenplatz. Die Hansestadt Hamburg schaffte es – wie im Jahr zuvor – auf den zweiten Platz. Gedauert hat die Bearbeitung dort nur 39 Tage. Demgegenüber mussten die Steuerzahler in Rheinland-Pfalz mit 48,2 Tagen deutlich länger auf ihren Bescheid warten. Damit erzielte Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich immerhin noch Platz 5. Allerdings dauerte es vor einem Jahr noch 42,5 Tage und vor zwei Jahren sogar nur 39,9 Tage. Am längsten mussten die Steuerzahler wiederum in Hessen mit 57,9 Tagen und in Niedersachsen mit 63 Tagen warten.

Bei Arbeitnehmern kann die Bearbeitung etwas schneller erfolgen, wogegen Selbstständige und Unternehmer eventuell mehr Wartezeit einplanen müssen, da ihre Steuerfälle meist komplexer sind. Werden nur die Einkommensteuererklärungen der Arbeitnehmer betrachtet, so ergibt sich ein ähnliches Ranking. Die Hauptstadt Berlin hält Platz 1 mit 35,5 Bearbeitungstagen und Hamburg folgt auf Platz zwei mit 37 Bearbeitungstagen. Rheinland-Pfalz hält auch hier Platz 5 – nur eben mit 45,3 Tagen. Schlusslicht ist wiederum Niedersachsen mit 63 Bearbeitungstagen.

Warum sind die Finanzämter in Rheinland-Pfalz nun aber langsamer geworden? Laut Auskunft des Landesamtes für Steuern fanden im vergangenen Jahr umfassende Strukturmaßnahmen statt, die zahlreiche Zuständigkeitsveränderungen zur Folge hatten. Das wiederum habe insbesondere zu den verlängerten Bearbeitungszeiten geführt. Zudem gab das Landesamt auch an, dass die Steuererklärungen zunehmend später eingereicht werden. So würden etwa rund 40 Prozent der Erklärungen alleine in den Monaten März, April und Mai eingehen. Allerdings gab es auch innerhalb von Rheinland-Pfalz extreme zeitliche Unterschiede zwischen den Finanzämtern. Die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten reichten hierbei von 40,4 Tagen bis hin zu 62,7 Tagen.

Wichtig ist in Rheinland-Pfalz auch der Kollege Computer. Die komplett automationsgestützt bearbeiteten Einkommensteuererklärungen machten im Jahr 2018 bereits rund 11 Prozent aller Erklärungen aus. Bei diesen sog. Autofällen kann sich die Bearbeitungszeit auf nur 9 Arbeitstage verkürzen.

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