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Wenn das Finanzamt die Steuer macht: Steuerzahlerbund begrüßt digitales Pilotprojekt aus Hessen

17.04.2026

Mit Digitalisierung die Steuererklärung deutlichvereinfachen – bis hin zu einem vorausgefüllten oder vom Amt erstellten Entwurf:Mit dem Pilotprojekt "Hessen-Modell" startete im Sommer 2025 eineInitiative der hessischen Finanzverwaltung im Finanzamt Kassel. Jetzt hättensich Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen angeschlossen,zeigt sich der Bund der Steuerzahler (BdSt) zufrieden.

Bundesweit könnten dann rund 500.000 Steuerpflichtigeprofitieren, habe das hessische Finanzministerium mitgeteilt. Statt dieSteuererklärung selbst zu erstellen, erhalte man vom Finanzamt den Vorschlagfür einen Steuerbescheid.

BdSt-Bundesgeschäftsführerin Daniela Karbe-Geßler begrüßtdas Digital-Projekt. Das lästige Sammeln und Suchen von Daten entfalle, weildie Finanzverwaltung die bekannten Daten den Steuerzahlern zur Verfügung stelle.

Statt eines leeren Formulars erhalten die Bürger laut BdSt einenautomatisiert erstellten Vorschlag für den Steuerbescheid. Was ist dann noch zutun? "Die Finanzverwaltung kennt natürlich nicht alle Daten – das wirdauch so bleiben." Nachträglich müsse man zum Beispiel Werbungskosten,Fortbildungen, Fahrtwege, Büro- oder Homeofficepauschalen selbst eingeben, so Karbe-Geßler."Unterm Strich empfehlen wir, genau zu prüfen, was das Finanzamtvorschlägt und sich immer die Frage zu stellen, was man noch nachtragen muss."Ihrer Ansicht nach sollte es Hinweise geben, dass noch Angaben gemacht werdenkönnen beziehungsweise müssen, die zur Steuerminderung führen – zum BeispielWerbungskosten, außergewöhnliche Belastungen oder Handwerkerleistungen.

"Das Hessen-Modell sollte am besten bundesweit geltenund eine Steuerklärung einheitlich erfolgen. Deshalb ist es notwendig, dasssich alle Bundesländer für ein Modell entscheiden", so die BdSt-Bundesgeschäftsführerin."Bei diesem Modell allerdings läuft noch alles über Papier – für alle, dienicht technisch affin sind oder sein können. Zudem können alle Bürger miteinbezogen werden – auch diejenigen, die bislang keine Steuererklärung gemachthaben, sich aber einen Vorteil in Form einer Steuererstattung holen können."Alternativ, so Karbe-Geßler, existiere bereits die bundesweit angeboteneELSTER-App.

Die "Steuererklärung per App mit einem Klick" seieine von Bayern entwickelte Funktion innerhalb der App "MeinELSTER+".Sie solle, so das hessische Finanzministerium, erstmals in diesem Jahrangeboten werden und die Abgabe einer Steuererklärung über ELSTER weitervereinfachen – auch in Hessen. 

Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 15.04.2026

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