Mitglied werden
Suche
Vor Ort
Presse
Menü

Veränderung pro Sekunde

Staatsverschuldung Deutschland

Login
Menü schließen

Menü schließen

Sie sind hier:  Startseite  Aktuelles  VERA II: Neue Enthüllungen - und der Sen...
Die ehemalige Hamburg-Wasser-Geschäftsführerin Gesine Strohmeyer bricht ihr Schweigen und erhebt gegenüber dem Abendblatt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Hamburg.
© BdSt HH / Abendblatt

VERA II: Neue Enthüllungen - und der Senat blockiert weiter die Aufklärung!

Bund der Steuerzahler Hamburg e. V. / Meldungen 29.11.2025, Sascha Mummenhoff

Die ehemalige Hamburg-Wasser-Geschäftsführerin Gesine Strohmeyer bricht ihr Schweigen und erhebt gegenüber dem Abendblatt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Hamburg. Sie schildert, wie das Projekt VERA II mit explodierenden Kosten, chaotischem Projektmanagement, fehlenden Strukturen und ignorierten Warnungen aus dem Ruder lief. Laut Strohmeyer habe weder die Umweltbehörde noch der Aufsichtsrat echtes Interesse an Aufklärung gezeigt, und selbst Gesprächsangebote an Senatorin Katharina Fegebank blieben unbeantwortet. Während Strohmeyer nun erstmals ihre Sicht darlegt, schweigen Hamburg Wasser und die Umweltbehörde zu den Vorwürfen.

Der Bund der Steuerzahler Hamburg kommentiert diese neuen Aussagen kritisch. Er sieht sich durch Strohmeyers Schilderungen in seiner monatelangen Kritik an Intransparenz, politischem Wegducken und fehlender Kontrolle bestätigt und fordert umfassende Aufklärung zu allen Vorgängen rund um VERA II.

„VERA II: Neue Enthüllungen - und der Senat blockiert weiter die Aufklärung!“
Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Bund der Steuerzahler Hamburg e. V., erklärt:

Der Abendblatt-Bericht vom 29. November (Print und Online) mit der Überschrift „Hamburg Wasser: Nach Skandalen packt jetzt die Ex-Chefin aus“ bestätigt, was wir seit Monaten kritisieren. Der Fall VERA II steht nicht nur für eine massive Kostenexplosion, sondern für ein strukturelles Versagen politischer Kontrolle. Warnungen wurden ignoriert, Fehlentwicklungen verschleppt, die Öffentlichkeit unvollständig oder bewusst falsch informiert. Diese Kultur der Intransparenz ist kein Betriebsunfall, sondern ein Muster.
Dass nun auch Ex-Geschäftsführerin Gesine Strohmeyer im Abendblatt offen schildert, wie wenig Bereitschaft zur Aufklärung in der Spitze des Senats vorhanden war, ist ein schwerwiegendes Alarmsignal. Nach den bekannten Versäumnissen unter Ex-Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) gerät nun auch seine Nachfolgerin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) in den Fokus. Wer als zuständige Senatorin nicht einmal auf Gesprächsangebote reagiert, offenbart den Eindruck, dass kritische Informationen politisch unerwünscht sind.
Besonders bitter ist der Kontrast zu Fegebanks eigenen Worten. Bei ihrem Antrittsbesuch bei Vera II deklarierte sie eine „Zeige- und Transparenz-Offensive“ und betonte, Vertrauen in öffentliche Unternehmen sei ein hohes Gut. Worte, die schön klingen, aber ohne Konsequenzen wertlos bleiben. Offensichtlich hat die Senatorin den Anspruch entweder nie ernst gemeint oder längst vergessen. Und ja, dieses Vergessen würde zu manchem politischen Verhalten in dieser Stadt erschreckend gut passen.
Hinzu kommt eine verpasste Chance im Parlament: In einem Antrag von Sandro Kappe (CDU) für die Bürgerschaftssitzung am 26. November forderte die CDU eine externe, unabhängige Haftungsprüfung zu VERA II. Dabei sollte geklärt werden, ob Organmitglieder, leitende Beschäftigte oder andere Verantwortliche schuldhaft oder grob fahrlässig gehandelt haben und ob daraus persönliche Haftungsansprüche entstehen.
Rot-Grün hat diesen Antrag abgelehnt. Das ist ein fatales Signal. Statt die Interessen der Gebührenzahler zu schützen und Transparenz herzustellen, wurde eine ernsthafte Aufklärungsmöglichkeit blockiert. Genau solche Entscheidungen zerstören Vertrauen.
Und eines muss vor dem Hintergrund des Abendblatt-Interviews klar ausgesprochen werden: Die politisch Verantwortlichen in Hamburg haben die Warnungen und Optimierungsvorschläge der renommierten Expertin für Unternehmen der Daseinsvorsorge nicht hören wollen. Stattdessen haben sie Gesine Strohmeyer als Geschäftsführerin ohne Anhörung kurzerhand abserviert. Ein fatales Signal an junge, motivierte Führungskräfte in städtischen Unternehmen, die für die Gebührenzahler arbeiten wollen und nicht für aus dem Ruder laufende, politische Prestigeprojekte.“
Der Bund der Steuerzahler fordert deshalb vollständige Transparenz zu allen Vorgängen rund um VERA II, die Offenlegung der Entscheidungswege in der Umweltbehörde und im Aufsichtsrat sowie eine unabhängige Untersuchung, warum kritische Hinweise systematisch abgeblockt wurden.
VERA II ist ein Mahnmal dafür, wie politische Verantwortung in Hamburg aussieht, wenn es unbequem wird: Man schweigt, man verzögert, man hofft aufs Vergessen. Für die Gebührenzahler ist das nicht hinnehmbar.

Link zum Abendblatt-Bericht:
www.abendblatt.de/hamburg/politik/article410523251/hamburg-wasser-nach-skandalen-packt-jetzt-die-ex-chefin-aus.html

 

Mit Freunden teilen
Die Schuldenuhr Deutschlands

Veränderung pro Sekunde

Staatsverschuldung Deutschland