Mit Fritzi durch den Kiez
Kinderbuch klärt über die Folgen von Politikversagen auf
Die Bezirksämter von Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick haben ein Kinderbuch mit dem Titel „Mit Fritzi durch den Kiez“ vorgestellt. Ein kleiner Fuchs namens Fritzi hat fuchsschlaue Tipps für das Überleben im Großstadtalltag und warnt vor möglichen Gefahren, die von Obdachlosigkeit, Drogenkonsum und Gewalt im Kiez ausgehen. Das soll den Kindern bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse helfen. Für den Bund der Steuerzahler ist das jedoch Ausdruck einer Kapitulation vor der zunehmenden Verwahrlosung in der Hauptstadt.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte bereits im November 2025 in Kooperation mit einem renommierten Verlag das Kinderbuch „Mit Fritzi durch den Kiez“ entwickelt. Das Heft soll über die Themen Drogenkonsum, Obdachlosigkeit und Austragung von Konflikten im öffentlichen Raum informieren und sensibilisieren. Die Idee zu diesem Buch sei laut Bezirksamt im Rahmen des „Runden Tisches Görlitzer Park“ entstanden und mit Unterstützung der Landeskommission gegen Gewalt realisiert worden. Der „Görli“ macht seit Jahren weit über die Bezirksgrenzen von Kreuzberg hinaus als Drogenumschlagplatz und Kriminalitätshotspot von sich reden.
In dem 24-seitigen Bilderbüchlein geht es um drei Kinder, die sich mit dem Stadtfuchs Fritzi auf eine Tour durch ihren Kiez machen. Dabei beobachten sie aggressive Auseinandersetzungen, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Obdachlose, die im Park ihre Zelte aufgeschlagen haben. Fritzi hat für die Kinder daher einige fuchsschlaue Tipps für den Großstadtalltag auf Lager: Abstand von Betrunkenen halten und keine Drogenspritzen anfassen. Denn das ist supergefährlich!
Das Buch soll Eltern und Kindern ab drei Jahren dabei helfen, gemeinsam über die Erlebnisse und Herausforderungen im urbanen Alltag zu sprechen und es so den Kindern ermöglichen, ihre Eindrücke besser zu verarbeiten, um so die Großstadt als sicheren und spannenden Ort zu erleben.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte bis Redaktionsschluss noch nicht geantwortet. In seiner damaligen Pressemitteilung war jedoch von einer Auflage von 10.000 Exemplaren die Rede. Medien hatten Kosten von knapp 40.000 Euro kolportiert.
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilte dem Bund der Steuerzahler im Gegensatz dazu unverzüglich mit, dass für seine 7.000 Exemplare insgesamt 13.942,10 Euro aufgewandt worden seien. Das Heft werde laut Bezirksamt seitdem an kinderrelevante Einrichtungen und Interessierte in Treptow-Köpenick kostenfrei ausgegeben. Das Kinderbuch war hier Anfang Januar 2026 in Kooperation mit einem Verein für Straßensozialarbeit vorgestellt worden.
Das Geld stammt von der Senatsverwaltung für Finanzen aus Mitteln des vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner 2023 initiierten „Berliner Sicherheitsgipfels“, der sich mit der veränderten Sicherheitslage, insbesondere der Drogenkriminalität und Obdachlosigkeit befassen sollte.
Die Bestellmöglichkeit sei bereits in großer Zahl genutzt worden, u.a. von Bibliotheken, Kindertagesstätten, Schulen, der bezirklichen Straßensozialarbeit und Privatpersonen. Das Buch werde auch bei öffentlichen Veranstaltungen ausgegeben. Das Interesse sei riesig und die vorliegenden Rückmeldungen durchweg und ausschließlich positiv.
Nach der obligatorischen haushaltsrechtlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gefragt, hieß es nur lapidar, dass der Verein als Zuwendungsempfänger im Verwendungsnachweis mit rechtsverbindlicher Unterschrift bestätigt hätte, dass wirtschaftlich und sparsam verfahren worden sei. Ansonsten sollen durch die Beschaffung des Kinderbuches und dessen Weitergabe Ängste und Vorurteile abgebaut, auf ein größeres Gemeinschaftsgefühl in geeigneter, kindgerechter Form hingewirkt und Sicherheitshinweise für Gefahren im öffentlichen Raum vermittelt werden.
Der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler Berlin, Alexander Kraus, hat sich das Buch angesehen: „Das Büchlein ist durchaus sehr hübsch gemacht, zäumt das Pferd vom falschen Ende auf.“ Eine ernsthafte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hätte seiner Auffassung nach ergeben müssen, dass es eigentlich Aufgabe des Staates wäre, Vorschulkinder nicht nur vor Drogenkonsum, Obdachlosigkeit und Gewalt zu warnen, sondern wirkungsvoll zu schützen: „Das ist ein Armutszeugnis, dass sich Senat und Bezirk seit Jahren darum zanken, wie man den kriminellen Drogenhändlern das Handwerk legt und diese hinter Schloss und Riegel bringt.“
Ihr Ansprechpartner beim
Bund der Steuerzahler Berlin e.V.
Lepsiusstr. 110
12165 Berlin

Dipl.-Volkswirt Alexander Kraus
Vorstandsvorsitzender
Tel.: 030 790107-14
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