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BdSt-Experte Jens Ammann im Interview mit Kölnischen Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger
© BdSt NRW

BdSt kritisiert Kreditkarten-Nutzung bei Kölner Bühnen

Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen 09.03.2026, Katrin Ernst / Jens Ammann

Die Nutzung dienstlicher Kreditkarten bei den städtischen Bühnen Köln sorgt für neue Kritik. Nach Medienberichten wurden bei Einkäufen über eine dienstliche Kreditkarte private Payback-Punkte gesammelt. Zudem bemängelt das Rechnungsprüfungsamt mehrere Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung der Karten. Der Bund der Steuerzahler NRW hat sich dazu in Interviews mit Medien geäußert. BdSt-Experte Jens Ammann kritisiert den Umgang mit Steuergeld deutlich:

In Interviews mit der „Kölnischen Rundschau“ und dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat sich Jens Ammann, Projektleiter Öffentliche Finanzen beim Bund der Steuerzahler NRW, zu den Vorwürfen rund um die Kreditkartennutzung bei den städtischen Bühnen Köln geäußert.

Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte Ammann: „Der erneute scheinbar sorglose Umgang mit Steuergeld durch die Bühnen macht mich fassungslos.“

Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Bericht des städtischen Rechnungsprüfungsamtes zur Nutzung von Kreditkarten bei den Bühnen. Demnach wurden zwischen September 2022 und August 2025 mit 25 Kreditkarten rund 715.000 Euro umgesetzt. In mehreren Fällen bemängelten die Prüfer fehlende Dokumentationen oder Verstöße gegen interne Regeln zur Nutzung solcher Karten. Entgegen der Anweisung wurden die Kreditkarten wohl weder restriktiv noch nur für die dafür vorgesehene Zwecke oder unter den notwendigen Voraussetzungen eingesetzt. Abrechnungen und Buchungen waren verspätet, Unterschriftsregeln wurden oft nicht eingehalten. Ebenso waren einige Belegführungen und Dokumentationen mangelhaft oder fehlten, und zuständige Beschaffungsstellen wurde umgangen. Pikant: Selbst Payback-Punkte wurden privat kassiert und Kreditkarten der Bühnen wurden mit privaten PayPal-Konten verknüpft.

Ammann kritisierte zudem strukturelle Probleme bei der Abwicklung solcher Zahlungen. Rechnungen hätten aus seiner Sicht klare Vorteile, etwa weil sie das Vier-Augen-Prinzip unterstützen und eine bessere Kontrolle der Ausgaben ermöglichen.

Die Mängelliste ist nicht vollständig, erinnert aber an den Party-Skandal aus dem Jahr 2025. Im vergangenen Jahr wurde öffentlich, dass die städtischen Bühnen ab 2022 für 17 Betriebsfeiern oder ähnliche Veranstaltungen knapp 180.000 Euro ausgegeben haben sollen, innerhalb von 100 Tagen vier Feste für rund 68.000 Euro. Die Grillpartys und Geschenke wie Socken und T-Shirt sorgten für Aufregung.

Der BdSt NRW meint: Kunst und Kultur kosten nun einmal Geld. Der Verzicht würde das Leben ärmer machen. Aber das ist kein Freibrief zur Sorglosigkeit oder für den Eigennutz. Köln muss bei den Bühnen den eisern Besen rausholen. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen belegt werden. Dort, wo sogar strafrechtliche Tatbestände wahrscheinlich sind, darf nicht gezögert werden, die Staatsanwaltschaft einzubeziehen. Doch die Stadt muss auch organisatorisch alles tun, um bei den Bühnen den laxen Umgang mit Steuergeld unmöglich zu machen. Der ist nicht mit künstlerische Freiheit zu rechtfertigen, er schadet nur der Akzeptanz.

Die vollständigen Berichte hier:

Entsetzen über die städtischen Bühnen nach Kreditkarten-Affäre [Kölnische Rundschau 5.3.2026]
Mitarbeiter sammelt mit Dienst-Kreditkarte private Payback-Punkte [Kölner Stadt-Anzeiger 6.3.2026]
 

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