Bund der Steuerzahler - Auslandssemester – Unterkunft und Verpflegung absetzen

Musterklagen > Anhängige Musterklagen des BdSt
01.06.2018

Auslandssemester – Unterkunft und Verpflegung absetzen

BFH VI R 3/18 (Vorinstanz: FG Münster – 7 K 1007/17 E, F)
Streitfrage: Umstritten ist, ob die Ausgaben für Unterkunft und Verpflegungsmehraufwand bei einem Auslandssemester von der Einkommensteuer abgesetzt werden können – oder, ob dies nach einer gesetzlichen Änderung seit dem Jahr 2014 nicht mehr möglich ist. Rechtlich geht es um die Auslegung des § 9 Abs. 4 S. 8 EStG und die Frage, wo der Student bei einem Auslandssemester seine erste Tätigkeitsstätte hat. Läge die erste Tätigkeitsstätte weiterhin an der inländischen Universität/Fachhochschule, könnten die Ausgaben für Unterkunft und Verpflegungsmehraufwand im Ausland steuerlich ggf. als Werbungskosten abgesetzt werden.
Sachverhalt: Im konkreten Fall begann die Klägerin nach Abschluss einer ersten Ausbildung im Wintersemester 2012/2013 ein Bachelorstudium im Fach International Business an der Fachhochschule Dortmund. Die Studienordnung schreibt zwei Auslandssemester vor, die die Klägerin in London und in Dublin absolvierte. Während des Studiums und auch während der Auslandssemester behielt die Klägerin ihren Hauptwohnsitz bei ihren Eltern in der Nähe von Dortmund bei. Die Miete im Ausland sowie den Verpflegungsmehraufwand machte die Klägerin jeweils in ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht Münster vertraten die Ansicht, dass die Kosten nicht steuermindernd abgesetzt werden können. Dagegen richtet sich die Revision beim Bundesfinanzhof. Aus Sicht des BdSt würden Studenten durch diese Auslegung nämlich schlechter behandelt werden als Arbeitnehmer, die ins Ausland entsendet werden.

Urteil FG Münster
Suche
Staatsverschuldung in Deutschland
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0