Bund der Steuerzahler - Erststudium

Erststudium

Neuer Ärger für Studenten

Im August hatte der BFH entschieden, dass Aufwendungen für das Erststudium als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden können. Der Jubel der Studenten war noch nicht verklungen, da schob der Gesetzgeber den Urteilen bereits einen Riegel vor. Zu teuer, so das Fazit des Gesetzgebers. Doch das oberste deutsche Steuergericht rechnet bereits mit neuen Verfahren.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass die Ausgaben für das Erststudium als vorweggenommene Werbungskosten abgesetzt werden können (Az.: VI R 7/10 u.a.). So hätten die Ausgaben für das Studium gesammelt und mit dem ersten Einkommen verrechnet werden können. Nun hat der Gesetzgeber die Urteile gekippt und ein Nichtanwendungsgesetz beschlossen. Danach sind Kosten für das Erststudium weiterhin nur als Sonderausgaben abzugsfähig. Zwar wird der Abzugsbetrag von 4.000 auf 6.000 Euro pro Jahr erhöht, dies dürfte aber nur ein schwacher Trost für die Studenten sein. Die meisten Studenten profitieren vom Sonderausgabenabzug nämlich nicht, da sie während des Studiums keine oder nur geringe Einnahmen haben. Ein Vortrag der Ausgaben auf spätere Jahre ist beim Sonderausgabenabzug ausgeschlossen.

Was ist zu tun?

Die Finanzämter sind an die neue gesetzliche Regelung gebunden und werden die Kosten für das Erststudium nicht als Werbungskosten anerkennen. Für Studenten, deren Studium noch nicht allzu lange zurückliegt, macht es bei der gegenwärtigen Lage daher keinen Sinn, freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Wer bereits im Jahr 2007 studiert hat und die Kosten für das Jahr 2007 steuerlich geltend machen möchte, sollte jedoch sicherheitshalber eine Steuererklärung bis zum 31. Dezember 2011 einreichen, da nach vier Jahren die Verjährung droht.

Aufgrund der geänderten Gesetzeslage werden die Finanzämter die Kosten beim Erststudium jedoch nicht als Werbungskosten akzeptieren. In diesem Fall kann gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt werden. Es bleibt zu hoffen, dass bis dahin ein entsprechendes Musterverfahren anhängig ist, auf das sich der Steuerzahler in seinem Einspruch berufen kann. Jüngere Studenten sollten hingegen abwarten, bis es ein entsprechendes Klageverfahren beim Bundesfinanzhof gibt und erst dann eine Steuererklärung abgeben. Der BdSt prüft gegenwärtig die Erfolgsaussichten eines solchen Klageverfahrens. Der BFH rechnet schon mit neuen Verfahren. IK

Tipp: Die Neuregelung gilt nur für das Erststudium! Wer ein zweites Studium absolviert, kann die Kosten als Werbungskosten geltend machen. Auch das Masterstudium gilt bereits als Zweitstudium! Studenten sollten hier kein Geld verschenken und die Kosten für Fahrtwege, Notebook, Auslandssemester und Schreibmaterial steuerlich absetzen.
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