29.01.2010
Berlin/Düsseldorf. Dass acht Krankenversicherungen zeitgleich einen Zusatzbeitrag einführen und mehrere dies auch noch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz verkündet haben, klingt auch für den Bund der Steuerzahler (BdSt) nach einer Absprache, die der Verband scharf verurteilt. „Das ist das gleiche als wenn konkurrierende Kaffeeanbieter zusammen die Presse einladen und erklären würden, das Pfund Kaffee würde zum nächsten Monat bei allen beteiligten Anbietern einen Euro teurer werden“, sagte Georg Lampen, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW (BdSt NRW). In diesem Fall würde das Kartellamt sofort eingreifen und den Verbraucher vor einer solchen Absprache schützen. Da es sich jedoch um öffentlich-rechtliche Einrichtungen handelt, ist dies im Fall der Krankenkassen nicht möglich. Die Bundesregierung überlegt nun aber das Kartellrecht zu erweitern. Es wäre ein richtiger Schritt im Sinne der Verbraucher, meint der BdSt.
Die große Empörung vieler Politiker, dass überhaupt einige Kassen Zusatzbeiträge erheben, kann der Verband dagegen nicht nachvollziehen. „Bei der Einführung des Gesundheitsfonds war von vornherein geplant, dass die Ausgaben der Kassen nicht voll über den Gesundheitsfonds gedeckt werden sollen, sondern dass einige Kassen Zusatzbeiträge erheben müssen. Dadurch sollte trotz Einheitsbeitrag ein Wettbewerb entstehen“, erinnerte Lampen. "Warum nun also verärgert sein, wenn das eigene Vorhaben sich erfüllt?"
Es gibt auch noch Kassen, die Prämien auszahlen
Kritisch sieht der Verband auch den Rat, trotz Zusatzbeiträgen nicht die Kasse zu wechseln. „Warum sollte man das nicht machen? Denn selbst wenn die neue Versicherung in wenigen Monaten auch einen Zusatzbeitrag erhebt, habe ich dann doch erneut ein Sonderkündigungsrecht“, argumentiert der Vorsitzende. Er schenkt zudem den Voraussagen, dass „alle anderen Versicherungen ohnehin bald nachziehen werden“ keinen Glauben. „An Stelle der Kassen, die bereits jetzt zu diesem Mittel greifen, würde ich das auch versichern, um keine Mitglieder zu verlieren. Aber ob das wirklich so kommt, bleibt abzuwarten.“ Noch gäbe es zumindest genügend Versicherungen, die bereits zugesichert haben, bis Ende des Jahres keine Zusatzbeiträge zu erheben. Und mit der BKK Alp plus und der HKK, sowie der IKK Südwest Direkt (nur für Rheinland-Pfälzer, Hessen und Saarländer) und der G & V BKK (nur für Baden-Württemberger) gibt es sogar noch Kassen, die ihren Mitgliedern zugesagt haben, Prämien auszuschütten. Es kann sich also durchaus lohnen, die Versicherung zu wechseln.
Zusatzbeiträge: Auch BdSt kritisiert offensichtliche Absprache der Kassen
Betroffene Versicherte sollten nun durchaus über einen Wechsel ihrer Versicherung nachdenken.
Die große Empörung vieler Politiker, dass überhaupt einige Kassen Zusatzbeiträge erheben, kann der Verband dagegen nicht nachvollziehen. „Bei der Einführung des Gesundheitsfonds war von vornherein geplant, dass die Ausgaben der Kassen nicht voll über den Gesundheitsfonds gedeckt werden sollen, sondern dass einige Kassen Zusatzbeiträge erheben müssen. Dadurch sollte trotz Einheitsbeitrag ein Wettbewerb entstehen“, erinnerte Lampen. "Warum nun also verärgert sein, wenn das eigene Vorhaben sich erfüllt?"Es gibt auch noch Kassen, die Prämien auszahlen
Kritisch sieht der Verband auch den Rat, trotz Zusatzbeiträgen nicht die Kasse zu wechseln. „Warum sollte man das nicht machen? Denn selbst wenn die neue Versicherung in wenigen Monaten auch einen Zusatzbeitrag erhebt, habe ich dann doch erneut ein Sonderkündigungsrecht“, argumentiert der Vorsitzende. Er schenkt zudem den Voraussagen, dass „alle anderen Versicherungen ohnehin bald nachziehen werden“ keinen Glauben. „An Stelle der Kassen, die bereits jetzt zu diesem Mittel greifen, würde ich das auch versichern, um keine Mitglieder zu verlieren. Aber ob das wirklich so kommt, bleibt abzuwarten.“ Noch gäbe es zumindest genügend Versicherungen, die bereits zugesichert haben, bis Ende des Jahres keine Zusatzbeiträge zu erheben. Und mit der BKK Alp plus und der HKK, sowie der IKK Südwest Direkt (nur für Rheinland-Pfälzer, Hessen und Saarländer) und der G & V BKK (nur für Baden-Württemberger) gibt es sogar noch Kassen, die ihren Mitgliedern zugesagt haben, Prämien auszuschütten. Es kann sich also durchaus lohnen, die Versicherung zu wechseln.





