Bund der Steuerzahler - Meine erste Steuererklärung

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Meine erste Steuererklärung


Bild: Fotolia/Franz Pfluegl
Viele Vorschriften, häufige Änderungen und zahlreiche Ausnahmeregelungen machen das Steuerrecht nicht einfach. Oft schrecken gerade junge Steuerzahler daher vor der ersten Einkommensteuererklärung zurück. Doch die Mühe kann sich lohnen, denn viele Steuerzahler können sich über eine Erstattung vom Fiskus freuen. Die folgenden Informationen sollen den Überblick über den Steuer-Dschungel erleichtern und bei der erfolgreichen Erstellung der ersten Steuererklärung helfen.



Unsere Themen:

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?
Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?
Wo gibt es die Formulare?
Welche Formulare gibt es?
Welche Unterlagen sollten bereitgehalten werden?
Was kann man absetzen?
Muss ich in jedem Fall die Anlage KAP ausfüllen?

Jeden Monat kann man es auf seinem Gehaltszettel sehen. Der Arbeitgeber hat für den Staat schon Einkommen- und ggf. Kirchensteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Berechnet wird die Lohnsteuer auf Basis der Steuerklasse. Bei jungen ledigen Arbeitnehmern und Auszubildenden ist dies in der Regel die Steuerklasse I. Die Steuerklasse kann natürlich nicht die Verhältnisse im Einzelfall abbilden, zum Beispiel, weil jeder Lehrling oder Arbeitnehmer einen unterschiedlich langen Weg zur Arbeit zurücklegt. Daher ist der Lohnsteuerabzug eventuell ungenau. Wenn also steuerlich abzugsfähige Ausgaben (Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen) vorliegen, kann sich die Steuererklärung lohnen. Dann gibt es Geld vom Finanzamt zurück.
Erzielt man neben seinem regelmäßigen Gehalt noch ein Nebeneinkommen aus freier Tätigkeit, zum Beispiel als Journalist für eine Zeitung oder als Promoter, dann wird das Jahreseinkommen ggf. unterschätzt und der Staat hat Anspruch auf eine Steuernachzahlung.

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

Viele Steuerzahler sind zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet (sog. Pflichtveranlagung). Es gibt aber auch Steuerzahler, die nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung anzufertigen. Sie können dann freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgeben (sog. Antragsveranlagung). Lohnend ist dies vor allem, wenn mit Rückerstattungen gerechnet wird. Wird der Steuerzahler vom Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung aufgefordert, so muss er diese in jedem Fall abgeben. Eine Pflicht besteht insbesondere für Arbeitnehmer, wenn:
  • die Einkünfte z. B. Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-. Kranken- oder Elterngeld erzielt werden und diese insgesamt höher als 410 Euro im Jahr sind,
  • von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Arbeitslohn bezogen wurde, z. B. weil man zwei Jobs hat,
  • steuerpflichtige Nebeneinkünfte, von denen keine Lohnsteuer einbehalten worden ist (wie z. B. Mieteinkünfte oder Renten), von über 410 Euro im Jahr vorlagen,
  • beide Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen nach der Steuerklasse fünf, sechs oder dem Faktorverfahren besteuert wurde,/li>
  • die Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt haben,
  • auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag, z. B. für Werbungskosten, eingetragen wurde und der Arbeitslohn im Jahr 2015 bei Singles 10.800 Euro oder bei Ehepartnern 20.500 Euro überschritten hat,
  • für Kapitalerträge noch Abgeltungsteuer entrichtet werden muss, z .B. bei Auslandskonten.
Wenn die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung besteht, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Steuern zu zahlen sind, weil man bestimmte Ausgaben absetzen kann (dazu später).

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