Kontoführung
Von der Art der Kontoführung hängt ganz wesentlich die Entscheidung für oder gegen die lang- und kurzfristige Kreditvergabe und in der Folge die Höhe des Zinssatzes ab. Da die dafür notwendige Bonitätseinstufung zum großen Teil automatisiert erfolgt, sollten die wesentlichen Prüfkriterien bekannt sein und unbedingt eingehalten werden. Unter anderem wird geprüft, wie viel Tage das Konto im Soll bzw. Haben war oder wie oft es überzogen wurde? Wie stark war der Kreditrahmen ausgelastet, meist unter 50 Prozent oder permanent über 90 Prozent? Wie viele Rücklastschriften gab es und in welcher Höhe? Entsprechen die Geldeingänge der Umsatzentwicklung oder erfolgt eine Verlagerung von oder auf andere Banken?
Als optimal gilt ein Konto, das überwiegend im Haben geführt wird. Positiv eingeschätzt wird auch ein Konto mit wechselndem Soll- und Haben-Saldo im Rahmen der Kreditlinien. Das Konto „atmet“ und folgt somit seiner Bestimmung. Kritisch wird es bei ständig hoher Inanspruchnahme und besonders, wenn dies mit einem laufend ansteigenden Soll-Saldo einhergeht. Wenn dann noch das Limit ohne vorherige Ankündigung überzogen wird und Rückführungszusagen nicht eingehalten werden, so hat dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Bonitätsbeurteilung bzw. das Rating. Einen groben Überblick über die Qualität der Kontoführung bietet die BWA Statische Liquidität (s. STEUERZAHLER 1/2010).
Erfolgreiche Unternehmen optimieren ihre Kontoführung durch eine vorausschauende Planung der Geldein- und -ausgänge. Sie finanzieren Investitionen langfristig und unterhalten freie Kreditlinien bei mehr als einem Institut, um bei Bedarf Umsätze von einem Konto zum anderen zu lenken. Sollte sich doch einmal ein Engpass andeuten, informieren sie die Bank frühzeitig.






