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13.07.2011

Investments für Fußballkenner

Beteiligung an Spielertransferrechten

Die Begeisterung für das Fußballspiel ist in Deutschland ziemlich groß. Besonders deutlich wird dies zu Welt- und Europameisterschaften. Da entwickelt sich mitunter eine Euphorie, die im Nachhinein kaum rational erklärbar ist. Diese Bindung zum Lieblingsspiel der Deutschen will sich nun ein Fondsemittent zu Nutze machen und Anlegern die Möglichkeit geben, indirekt an den Ablösesummen, die für Fußballtalente bezahlt werden, zu partizipieren.

Zu diesem Zweck wird vom Hanseatischen Fußball Kontor derzeit ein geschlossener Publikumsfonds (FTR 1) in Form der Fußball GmbH & Co. KG aufgelegt. Interessierte Investoren beteiligen sich als Kommanditisten mit einer Mindestbeteiligung von 10.000 Euro (zzgl. 5 % Agio) an dieser KG. Frühestens wenn so bis zu 3 bis 5 Millionen Euro zusammenkommen, spätestens aber zum 31. Dezember 2011, soll der Fonds geschlossen werden. Das heißt, dann sind keine direkten Beteiligungen an dem Fonds mehr möglich.

Die Fußball GmbH & Co. KG investiert dann in finanzielle Spielertransferrechte im Bereich des Profifußballs. Geplant ist, mit Fußballklubs Vereinbarungen, sog. Transfererlösrechte-Verträge, zum Erwerb der finanziellen Spielertransferrechte abzuschließen. Finanzielle Spieler-Transferrechte sind Rechte auf die Erlöse, die aus Geschäften mit Spieler-Transferrechten entstehen, insbesondere Rechte auf Transfererlöse und Erlöse aus Leihgeschäften. Für Fußballlaien: Wechselt ein Spieler den Verein vor Ablauf des Vertrags, werden Ablösesummen fällig. Je besser der Spieler ist, je höher sein Marktwert und damit die Ablösesumme. In dem Zusammenhang offenbart sich jedoch auch bereits das erste Risiko: Erfüllt der Spieler seinen Vertrag, kann er den Verein völlig ablösefrei wechseln und der Fonds verdient aus seinen Rechten gar nichts.

Der Fonds will ein Portfolio von 15 bis 20 finanziellen Spieler-Transferrechten im Profifußballbereich aufbauen. Fokussiert wird sich dabei auf Spieler zwischen 18 und 23 Jahren, da die Emittenten in diesem Bereich die höchsten Wertsteigerungen hinsichtlich der Ablösesummen erwarten. Der Fondsprospekt verweist beispielhaft auf den Wechsel von Jerome Boateng, der in der Saison 2007/2008 für 1,1 Millionen Euro von Hertha BSV Berlin zum Hamburger SV wechselte. In der Saison 2010/2011 war Boateng Manchester City dann schon 12,5 Millionen Euro Ablösesumme wert. Das entspricht einer Rendite von 1.136 Prozent in nur 4 Jahren. Daneben wird im Prospekt auf die Transfers von Stefano Celozzi, Eljero Elia und Dennis Diekmeier mit hohen Steigerungen der Ablösesummen binnen kurzer Zeit verwiesen. Interessierte Investoren an der Fußball GmbH & Co. KG sollten jedoch wissen, dass die KG zum Zeitpunkt der Prospektauflegung noch über kein einziges finanzielles Spielertransferrecht verfügt (sog. Blind-Pool). Die Spielertalente werden über die extratime GmbH, die bereits über einen Marktzugang verfügt, und Harald Spörl, der selbst in der 1. Bundesliga gespielt hat und seit 8 Jahren als Scout arbeitet, ausgesucht. Die sogenannte Investitionsphase soll nach Aussagen des Hanseatischen Fußball Kontors am 30. Juni 2011 beginnen.

Der Fonds soll nach der Schließung 4 Jahre lang laufen. Geplant sind Rückflüsse von 138 % bezogen auf das Kommanditkapital. Allerdings kann auch ein Flop nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere bei Berufssportlern besteht ein höheres Verletzungs-, Berufsunfähigkeits- sowie Todesrisiko. Das finanzielle Spieler-Transferrecht ist dann wertlos.

Fazit: Die Investition von mind. 10.500 Euro sollte trotz der Emotionalität des Fußballspiels gut überlegt sein. Allerdings bietet dieses Investment das beste Alibi für´s regelmäßige Fußballschauen: „Schatz, ich muss meine Kapitalanlage beobachten …!“

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