Bund der Steuerzahler - Gesetz zum Abbau der kalten Progression

Gesetzgebungsverfahren
22.03.2012

Gesetz zum Abbau der kalten Progression

Mit diesem Gesetzentwurf will die Bundesregierung inflationsbedingte und „nicht gewollte Steuerbelastungen“ abbauen. Zur Begründung heißt es, im System des progressiv gestalteten Einkommensteuertarifs profitiere der Staat von systembedingten Steuereinnahmen, die über den Effekt der kalten Progression entstehen würden. Es solle jedoch verhindert werden, dass Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einem höheren Durchschnittssteuersatz führen.

Daher ist eine stufenweise Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags in zwei Schritten zum 1. Januar 2013 auf 8.130 Euro und zum 1. Januar 2014 auf 8.354 Euro (insgesamt plus 350 Euro) vorgesehen. Die Anhebung orientiert sich an der voraussichtlichen Entwicklung des steuerfrei zu stellenden Existenzminimums. Auch der Tarifverlauf soll prozentual wie der Grundfreibetrag um 4,4 Prozent angepasst werden. Ohne Anpassung des Tarifverlaufs käme es durch die alleinige Anhebung des Grundfreibetrags bei konstantem Eingangssteuersatz zu einer nicht gewollten „Stauchung“ des Tarifs innerhalb der ersten Progressionszone und damit zu einem Anstieg der Progression, wird erläutert.

Geplanter Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens:

  • 07.12.2011: Kabinettbeschluss über Reg.-Entwurf
  • 30.12.2011: Zuleitung Bundesrat
  • 26.01.2012: Beratung im BR-Finanzausschuss
  • 10.02.2012: 1. Beratung BR
  • 15.02.2012: Kabinettbeschluss über Gegenäußerung
  • 01.03.2012: Bundestag, 1. Lesung
  • 07.03.2012: 1. Durchgang und ggf. Beschlussfassung über Anhörung im BTFinanzausschuss
  • 19.03.2012: Anhörung im BT-Finanzausschuss
  • 21.03.2012: Beratung im BT-Finanzausschuss
  • 28.03.2012: Abschließende Beratung im BT-Finanzausschuss
  • 30.03.2012: Bundestag, 2./3. Lesung
  • 26.04.2012: Beratung im BR-Finanzausschuss
  • 11.05.2012: 2. Beratung Bundesrat
  • 16.05.2012: Beschluss der Bundesregierung zur Anrufung des Vermittlungsausschusses nachdem die Verabschiedung des Gesetzentwurf am 11.05.2012 im Bundesrat scheiterte.

Materialien:

Stellungnahme des BdSt
Gesetzentwurf
Suche
Staatsverschuldung in Deutschland
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0