Bund der Steuerzahler - Der Steuerzahler - Die Wareneinsatzquote

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02.03.2010

Die Wareneinsatzquote


Die BWA-Auswertung. Klicken Sie für die Vollansicht
Die Wareneinsatzquote gibt als Prozentzahl ausgedrückt darüber Auskunft, wie viel Waren bzw. Material benötigt wurden, um einen Umsatz bzw. eine Gesamtleistung von 100 Euro zu erzielen. An dem Auf und Ab der Quote lassen sich Änderungen oder Ereignisse im betrieblichen Ablauf ablesen, die für das Ergebnis kritisch werden können, ohne dass dies sofort an der Umsatzrendite abzulesen wäre - beispielsweise weil eine vorübergehende Preissenkung bei den Energiekosten die negative Entwicklung beim Wareneinsatz kompensiert. Voraussetzung für diese Aussagekraft ist, dass zeitnah die Bestandsveränderungen erfasst, Rechnungen geschrieben und beides verbucht wurde.

Steigt die Wareneinsatzquote, bleibt weniger Geld zur Deckung der weiteren betrieblichen Kosten übrig. Die Ursachen für Veränderungen der Quote sollten festgestellt werden, damit entsprechend reagiert werden kann. Ein Beispiel zeigt mögliche Ursachen auf: Ein Händler hat für sein Geschäft eine durchschnittliche Handelsspanne (Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis) von 30 Prozent und damit eine Wareneinsatzquote (Umsatz/100 x eingesetzte Waren x Einkaufspreis) von 70 Prozent als Ziel gesetzt. Am Monatsende weist ihm die BWA eine Wareneinsatzquote von 73 Prozent aus.

Ursache der um drei Prozentpunkte höheren Quote könnte ein Anstieg der Einkaufspreise sein. Hier sind Gegenmaßnahmen auf der Einkaufs- wie auf der Absatzseite möglich. Ebenso könnte aber auch ein nicht optimales Zahlungsmanagement dazu geführt haben, dass Eingangsrechnungen nicht regelmäßig skontiert wurden.
Vielleicht steckt hinter der gestiegenen Wareneinsatzquote aber ein gesunkener Umsatz, weil die eigenen Preise gesenkt wurden. Hier ist Vorsicht geboten, denn wenn bei einer bisherigen Handelsspanne von 30 Prozent der Preis um 10 Prozent gesenkt wird, müssen 50 Prozent mehr verkauft werden, um das Gleiche wie zuvor zu verdienen.
Ursache für die höhere Quote könnte auch ein selbst verursachter Mangel an den Waren, etwa durch falsche Lagerung im Betrieb, oder deren falsche Weiterverarbeitung sein. Hier gilt es, den Schwund zu mindern. Oder es wurde das Falsche oder zu viel eingekauft. Dies lässt sich etwa durch eine bessere Einkaufsdisposition oder daran angepasste Werbemaßnahmen beheben.

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